Überlastete ‚Tafeln‘ brauchen Unterstützung – Grüne: „Für die Grundversorgung ist der Staat verantwortlich“

Steigende Lebensmittelpreise und viele Ukraine-Geflüchtete haben die Nachfrage bei den Lebensmittel-Tafeln in Niedersachsen stark steigen lassen, während zugleich Lebensmittelspenden zurückgehen. Mit Sorge sehen die Grünen im niedersächsischen Landtag, dass immer mehr Tafeln Überlastungsanzeigen vermelden. Sie fordern mehr Einsatz und Unterstützung von der Landesregierung. Der sozialpolitische Sprecher Volker Bajus sagt dazu:

„Für die Grundversorgung der Menschen ist der Staat verantwortlich. Die Arbeit der Tafeln ist eine wertvolle, gleichwohl ergänzende Hilfe. Es kann nicht sein, dass Ämter die Geflüchteten zu den Tafeln schicken, ohne dass hier entsprechende Angebote vorhanden sind. Die Landesregierung ist daher gefordert, Kommunen und Tafeln vor Ort so zu unterstützen, dass sie ihren Aufgaben auch gerecht werden können. Zuschauen und Nichtstun kann keine Option sein, wenn Menschen in Not und Hilfsorganisationen überlastet sind.

Der Hilferuf der Tafeln muss auch von der Landesregierung ernst genommen werden. Die stark steigenden Lebenshaltungskosten sind vor allem für Armutshaushalte und Geringverdienende eine schwere Belastung. Die geplanten Einmalzahlungen reichen nicht aus. Es braucht eine Erhöhung der Regelsätze für Hartz IV und Co. wir unterstützen das Land gerne dabei, diese Forderung beim Bund zu platzieren.“

Die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Miriam Staudte sagt:

„Nach wie vor werden viele genusstaugliche Lebensmittel massenhaft entsorgt.  Das ist unverantwortlich. Das Land muss sich endlich für ein Anti-Wegwerfgesetz für Lebensmittel wie in Frankreich einsetzen. Damit würden mehr Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt und könnten den Tafeln zur Verfügung gestellt werden. Auf Initiative der Grünen-Landtagsfraktion haben die anderen Fraktionen im Landtag angekündigt, eine entsprechende Forderung in der Mai-Sitzung des Landtags mitzutragen.“

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