Statement – „Von Schulpreisträgerschulen lernen – mehr Freiräume für positive Schulentwicklung“

Julia Hamburg, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, zu TOP 37:

Niedersachsen hat einige Schulpreisträger, die sich durch besonderes Engagement und besondere pädagogische Konzepte auszeichnen. Was können wir von diesen Schulen lernen? Was haben diese Schulen gemeinsam? Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich alle auf den Weg gemacht haben, ihre pädagogischen Konzepte alleine und teilweise auch entgegen der Richtlinien und Strukturen zum Wohle der Schüler*innen zu verändern. Dadurch ermöglichen sie den Schüler*innen ein Lernen im eigenen Tempo, bauen Bildungsbarrieren ab und nutzen die Neugier und Lernmotivation aller Schüler*innen, um die Freude am Lernen zu erhalten und Selbstständigkeit zu fördern. Was aber sagt uns das für die Schulpolitik in unserem Land? Um Kindern in Schule gerecht werden zu können und die Schulen ins 21. Jahrhundert zu bringen, brauchen Schulen mehr Freiräume, flexiblere Strukturen und Zeit für Schulentwicklung und pädagogische Konzepte. Deshalb sollten wir Schulen ermöglichen, im eigenen Ermessen jahrgangsübergreifend, projektbezogen sowie fächerübergreifend zu arbeiten und die Leistungsbewertung und Prüfungssettings selbst zu bestimmen. Kollaboratives Arbeiten voranzutreiben, mit mehr Verwaltungskräften Schulen zu entlasten und Multiprofessionalität auszubauen, hilft Lehrkräften dabei, mehr Zeit für pädagogische Weiterentwicklung zu haben. Digitalisierung als Werkzeug für spannende Lehr- und Lernkonzepte zu nutzen und Open Source sowie Bring Your Own Device dabei mitzudenken, funktioniert – das Konzept der IGS Lengede kann hier eine Blaupause für digitale Entwicklung in Niedersachsen sein. Dafür ist aber eine Administration unabdingbar. Die Schulpreisträgerschule zeigen etwas, was vielen einzelnen Lehrkräften ebenso ergeht: Man muss sich unglaublich anstrengen, um im bestehenden System Kindern gerecht werden zu können. Wir sollten sie deshalb in ihrem großartigen Engagement unterstützen und ihnen das Vertrauen, die Freiräume und Zeiten geben, die sie brauchen, um Schule neu zu denken.

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