Schlickverklappungen vor Scharhörn – Janssen-Kucz: Keine Alleingänge auf Kosten der Umwelt

Darum geht’s:

Medienberichten zufolge hält das Land Hamburg an den umstrittenen Plänen fest, Sedimente aus den Elbe-Unterhaltungsbaggerungen vor der Vogelinsel Scharhörn abzulagern. Demnach plant die Hamburger Hafenbehörde mit den Verklappungen ab Januar 2023 beginnen.

Das sagen die Grünen:

Meta Janssen-Kucz, umweltpolitische Sprecherin:

Hamburg hat ein Problem bei der Entsorgung der Schlickmengen, die infolge der Elbvertiefungen massiv gestiegen sind. Diese Problemlage und den damit verbundenen Handlungsbedarf für eine verlässliches Schlickmanagement sehen wir auch. Das Land Niedersachsen hat Vorschläge für einen ökologisch verträglicheren Umgang mit den Sedimenten vorgelegt. Ich erwarte, dass auf dieser Grundlage eine Verständigung zwischen Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein erfolgt.

Die geplanten Verklappungen vor der Vogelinsel Scharhörn lehnen wir strikt ab. Es kann nicht angehen, dass der Nationalpark Wattenmeer und die Anrainer durch den Hamburger Schlick belastet werden. Hamburg darf keine Alleingänge auf Kosten der Umwelt machen. Der rot-grüne Koalitionsvertrag sieht vor, dass das Land Niedersachsen nötigenfalls auch vor Gericht zieht, um Schäden für das Wattenmeer abzuwehren, so wie es noch vor der Landtagswahl im September vom allen Fraktionen im Nds. Landtag beschlossen wurde.

Hintergrund:

Der rot-grüne Koalitionsvertrag enthält eine klare Positionierung für einen ökologisch verträglichen Umgang mit Baggergut. Dort steht: „Mit der Erarbeitung eines Sedimentmanagementplans wollen wir den Kreislauf aus Baggerungen und Schlickverklappungen durchbrechen. Damit sichern wir die Kleiverfügbarkeit nachhaltig und minimieren Auswirkungen auf die Meeresökologie. Die neunte Elbvertiefung ist ökologisch gescheitert, das belegt die ungelöste Bewältigung der enorm gestiegenen Baggergutmengen. Wir lehnen Schlickverklappungen vor der Vogelschutzinsel Scharhörn strikt ab und werden nötigenfalls rechtliche Schritte ergreifen.“

 

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