Grüne fordern Reform der Tierseuchenkassen-Beiträge – Staudte: Geflügelpest-Hotspots sind das Problem

Die Grünen im niedersächsischen Landtag kritisieren den Umgang der Landesregierung mit der Geflügelpest. In einer umfangreichen Anfrage an das Agrarministerium haben sie insbesondere bei den Regionen mit viel Massentierhaltung im Geflügelbereich nachgehakt und die Gefahren einer Übertragung auf den Menschen thematisiert.

Die Antworten der Landesregierung liegen nun vor, stellen die Grünen allerdings nicht zufrieden.

Miriam Staudte, agrar- und tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen, fordert weniger Massentierhaltung insbesondere in den Problemregionen:

Während des letzten Seuchenzugs der Geflügelpest sind allein in Niedersachsen über eine Million Tiere verendet oder mussten getötet werden. Daraufhin hat das Friedrich-Loeffler-Institut empfohlen, die Geflügeldichte in den am stärksten betroffenen Landkreisen langfristig zu reduzieren. Doch dieser Rat wurde von der Landesregierung fatalerweise ignoriert. Nun treten genau im Landkreis Cloppenburg wieder Ausbrüche auf.

Es kann nicht sein, dass Betriebe in den Regionen mit hoher Tierdichte von den damit verbundenen niedrigen Produktionskosten profitieren und andererseits das erhöhte Risiko von allen Geflügelhaltern und den Steuerzahlern getragen wird. Wir brauchen eine neue Staffelung der Beiträge für die Tierseuchenkasse, die das hohe Risiko der Massentierhaltungsregionen widerspiegelt.

Die Landesregierung muss vor allem auch die Gefahr für die menschliche Gesundheit mehr in den Blick nehmen. Seit Corona ist es Allgemeinwissen geworden, dass Tierkrankheiten mutieren und so auf den Menschen übertragen werden können. Die Antwort auf unsere Anfrage, dass die Geflügelpest schon bei Seehunden in der Nordsee festgestellt wurde, ist absolut besorgniserregend, denn hier wurde erstmals die Schranke zwischen Vogel und Säugetier überwunden. In Russland kam es bereits auf Übertragungen auf den Menschen.  Diese Form der Nutztierhaltung ist für uns alle ein Spiel mit dem Feuer.

Hintergrund

Der Landkreis Cloppenburg war mit seiner Konzentration an Massentierhaltung im Geflügelbereich der Hot-Spot unter den Landkreisen. 41 der 71 Ausbrüche ereigneten sich dort, während nahezu alle anderen betroffenen Landkreise bis auf Vechta (9) ein bis vier Ausbrüche registrierten. Ein Drittel der bundesweit 1,4 Mio Tiere wurde im Landkreis Cloppenburg getötet- insbesondere aus Puten-Mastanlagen.

Den finanziellen Verlust bekommen die Tierhalter von der Tierseuchenkasse erstattet. Die Tierseuchenkasse wird hälftig durch Beiträge der tierhaltenden Betriebe aus ganz Niedersachsen sowie durch Steuermittel des Landes finanziert. Beim letzten Geflügelpest- Geschehen wurden in Niedersachsen 23 Mio. € an die tierhaltenden Betriebe erstattet.

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