Grüne aus Niedersachsen und Bremen hinterfragen Polizeieinsatz gegen Fußballfans

Im Vorfeld der Bundesligapartie zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SV Werder Bremen kam es zu offenbar anlasslosen Polizeikontrollen von mitgereisten Bremer Fans am Wolfsburger Hauptbahnhof. Die grünen Landtagsfraktionen in Niedersachsen und Bremen wollen nun mehr über die Hintergründe des Polizeieinsatzes in Erfahrung bringen. In Niedersachsen haben die Grünen eine Unterrichtung im Innenausschuss beantragt, und die Bremer Bürgerschaftsfraktion hat eine Frage für die Fragestunde des Landtags eingereicht.

Marie Kollenrott, sport- und innenpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Niedersachsen erklärt:

„Das Vorgehen der Polizei in Wolfsburg kann als überzogen beschrieben werden. Das verwundert angesichts des durchaus guten und friedfertigen Rufes der Gastmannschaft von Werder Bremen. Nicht nur wurde das Spiel an sich von den Maßnahmen überschattet, solche Einsätze und anlasslose Kontrollen schaden auch dem Image der Polizei und den Fußballevents in Niedersachsen. Daher erwarte ich hier weitergehende Aufklärung und habe eine entsprechende Unterrichtung im Innenausschuss beantragt.“

Dazu erklärt Björn Fecker, Vorsitzender und innenpolitischer Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion:

„Wenn ein Fußballspiel von den Vereinen vorab als unbedenklich eingestuft wird, wundert es schon sehr, dass Fans dann so massiv kontrolliert werden. Es geht hier um Verhältnismäßigkeit und Verlässlichkeit. Das Einschränken von Freiheitsrechten darf nur die Ultima Ratio sein. Darauf müssen sich alle Menschen – egal ob Fußballfan oder nicht – verlassen können. Das gehört zu den grundlegenden Spielregeln unseres Rechtsstaates. Wir wollen deshalb vom Senat wissen, inwieweit die Polizei Bremen im Vorfeld in die geplanten Maßnahmen der Polizei Wolfsburg eingebunden war. Zu klären ist dabei insbesondere, ob auch die Polizei Bremen von einem massiven Einsatz von Pyrotechnik durch Werderfans ausging und dies der Wolfsburger Polizei mitgeteilt hatte. Für die kommenden Spieltage darf der Polizeieinsatz in Wolfsburg kein Vorbild für andere Bundesligastädte werden. Bei ganz normalen Spielen muss es möglich sein, dass sich auch Gästefans in der Stadt frei bewegen können, ohne wie Schwerkriminelle behandelt zu werden.“

Die Polizei Wolfsburg hatte am ersten Spieltag der neuen Bundesligasaison eine Kontrollstelle am Hauptbahnhof eingerichtet und zahlreiche Fans festgesetzt. Dabei wurden Personen durchsucht und Personalien aufgenommen. Aus Protest gegen die aus ihrer Sicht überzogenen Maßnahmen hatten viele Fans, darunter etliche Ultras, auf den Stadionbesuch verzichtet und die Heimreise angetreten.

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