Kein stationäres LNG-Terminal in Stade

Spätestens seit dem Beginn des völkerrechtswidrigen, russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wissen wir alle, dass wir uns zu abhängig gemacht haben von russischen Öl und Gas. Die Industrie braucht jedoch Erdgas für viele Produktionen und nun wird nach Alternativen gesucht. Ein Weg der jetzt eingeschlagen wird, ist das Nutzen von verflüssigtem Gas, dem LNG, was über Schiffe aus weit entfernten Ländern geholt wird. In Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Stade sollen dafür neue LNG-Terminals entstehen. Durch eine Informationsveranstaltung von der „Hanseatic Energy Hub GmbH“ in Stade konnten wir uns ein Bild zum geplanten LNG-Terminal machen.

Unserer Meinung nach stellt das Terminal in Stade einen besseren Standort dar als andere Terminals, da es eine bessere Anbindung an bereits vorhandene Gas-Pipelines haben würde. Der Betreiber erklärte uns, dass die nächste Gas-Pipeline nur 10km entfernt sei und daher keine großen neuen Pipelines gebaut werden müsten.

Das Terminal würde den Wirtschaftsstandort Stade stärken. Es könnte etwa 15% des deutschen Gasverbrauchs decken und dem entsprechend wird viel Geld nach Stade fließen.

Zudem kann die Abwärme der dort stationierten DOW für die Umwandlung in Gas genutzt werden. Somit wäre die Anlage nach dem Betreiber nachhaltig und CO2 neutral. Momentan würde überschüssige Wärme der DOW in die Elbe geleitet.

Doch unserer Meinung nach ist dies „Green-washing“. Die Anlage ist für die klimaschädliche Industrie essentiell und der Betreiber versucht diese Verstrickung zu verstecken. Es würden klimaschädliche Strukturen gefestigt, die die Nachhaltigkeitswende behindern.

Es wurde zu Beginn erwähnt, dass der Transport von Wasserstoff durch das feste Terminal auch möglich sei. Später musste der Betreiber jedoch zugeben, dass dies industriell nur durch das giftige Ammoniak, als Träger für Wasserstoff möglich wäre. Zudem nur nach einer Aufrüstung der Punpen und Schlauchsysteme.

Die bereits jetzt stark befahrene und belastete Elbe würde noch stärker belastet werden durch mehr Schiffsverkehr. Lebensräume von vielen Lebewesen und Pflanzen würden zerstört werden.

Die Kosten für den Bau eines festen Terminals wären extrem hoch mit ca. 1 Milliarden Euro, wobei man für den gleichen Preis mehr als 1.100 1MW Windkrafträder mit einem Preis von ca. 900.000 Euro bauen könnte. Diese 1 Milliarden Euro müssten von geplanter Inbetriebnahme im Jahr 2026 bis 2043 wieder eingenommen werden, da der Betreiber einen Betrieb von 17 Jahren anstrebt. Davor soll ab Ende 2023 ein schwimmendes Terminal (FSRU) in Betrieb genommen werden. Doch wir wollen in der Energienutzung sehr viel früher klimaneutral werden. Fridays For Future und das Wuppertal-Institut fordern in einer Studie die Klimaneutralität 2035, um das 1,5Grad Ziel zu erreichen. Dabei ist dieses Projekt hinderlich.

Außerdem wäre der Bau eines festen Terminals mit einem immensen Materialverbrauch verbunden. Die Schaffung eines Hafenbeckens würde große Mengen Beton verbrauchen. Dieser ist sehr klimaschädlich. Auch andere Materialien will der Betreiber handelsüblich vom Markt nehmen. So würden höchstwahrscheinlich extrem klimaschädliche, aber günstige Materialen aus Indien oder aus der Diktatur in China gekauft, anstatt die heimische und europäische Wirtschaft zu unterstützen.

Schließlich müssen wir zugeben, dass die deutsche Wirtschaft momentan das Erdgas braucht. Dafür müssen wir klimaschädliches LNG von weit entfernten und teilweise auch autokratischen Ländern importieren. Doch feste Terminals schaden mehr als sie bringen. Wir müssen JETZT in erneuerbare Energien und diverse Infrastruktur investieren, um auch bei wenig Wind und wenig Sonne auch Strom erzeugen zu können. Das stationäre Terminal in Stade ist nicht zukunftsorientiert und sehr klimaschädlich. Wir wollen die 1,5Gradlinie der weltweiten Klimaerwärmung  einhalten, das funktioniert nicht mit einem stationären Terminal das bis 2043 in Betrieb ist und kein grünes Ammoniak aufnehmen kann. Wir fordern daher nur die Nutzung des schwimmenden Terminals umzusetzen, sowie es der Bundesparteitag am 16.10.22 beschlossen hat.

Weitere Quellen:

http://www.solar-und-windenergie.de/windenergie/kosten-und-bau-windkraftanlagen.html#:~:text=Eine%20Anlage%20mit%20einem%20Megawatt,Euro%20pro%20Kilowatt%20installierter%20Leistung

https://www.cleanthinking.de/fff-studie-fordert-deutschlands-klimaneutralitaet-bis-2035/